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LESERBRIEF AN DAS NACHRICHTENMAGAZIN NEWS

WENN MAN ALS FRAGENSTELLER PLÖTZLICH KRIMINALISIERT WIRD

In der Ausgabe 5 (4. Feb. 2022) des österreichischen Nachrichtenmagazin News ist unter der Rubrik "Hero der Woche" der Musiker Neil Young dargestellt.
Die Redaktion findet das spitze und rechtfertigt dies damit, dass Neil Young mit seiner Entscheidung, Spotify den Rücken zu kehren, positiv dazu beiträgt, den Podcaster Joe Rogan und seine Sendung zu torpedieren. Laut News verbreitet dieser auf seinem Podcast nämlich  - Zitat - "kriminellen hobbyvirologischen Unfug".

SO WEIT SIND WIR ALSO GEKOMMEN! Dass Menschen, die Fragen stellen, nun von Redaktionen als "kriminell" bezeichnet werden.

hier ist mein zugehöriger Leserbrief an die News-redaktion
(Abdruck derzeit noch nicht veröffentlicht):

Werte News-Redaktion!

Jeder darf bekanntlich seine Meinung haben. So auch die Redaktion von News. Und es steht Ihnen als Redaktion frei, jenen „Hero der Woche“ zu küren, der Ihrer Meinung nach diesen Titel verdient. So geschehen mit Neil Young, dem Sie - in der News-Ausgabe 5 vom 4. Feb. - den „Hero“-Orden verleihen. Genauso steht es auch Herrn Neil Young frei, sich für oder gegen etwas zu entscheiden, z.B. sein Listing beim Streaming-Anbieter Spotify. Soweit, so gut.
Dass Sie, verehrte Redaktion, nun aber den Grund für Neil Youngs Entscheidung, nämlich den Podcast von Joe Rogan als – Zitat – „kriminellen hobbyvirologischen Unfug“ bezeichnen, den dieser verbreiten würde, das sprengt leider die Grenzen der Meinungs- und Journalistenfreiheit.
Und wenn Sie trotzdem meinen, Herrn Rogan dessen bezichtigen zu müssen, dann erwarte ich mir, dass Sie dies auch recherchiert belegen.
Ich habe genau das getan. Und ich finde unter den Podcasts von Joe Rogan auf Spotify keine einzigen „kriminellen hobbyvirologischen Unfug“. Zumeist interviewt Herr Rogan Vertreter aus dem Personal-Training (Ben Patrick u.a.), Kampfsportler und Coaches (Julienna Pena u.a.), Mathematiker und Psychologen (Dr. Robert Epstein, James Lindsay, Jordan Peterson u.a.), sowie Comedians und Anchor-People (Josh Szeps, Jim Gaffigan u.v.a.)
In all diesen Gesprächen wird das Leben, der Werdegang, die Motivationen und Einstellungen der Gäste (in einem angenehmen Gesprächsklima) erfragt. „Krimineller hobbyvirologischer Unfug“ wird hier nicht behandelt.
Wenn Sie, verehrte Redaktion, allerdings auf das sehr Aufsehen erregende Interview mit Dr. Robert Malone (einem Mitenwtickler der mRNA-Technologie!) verweisen, so empfehle ich, sich diesen dreistündigen (!) Podcasts auch tatsächlich anzuhören. Dieser ist sehr aufschlussreich und sicher nicht in einem Satz zusammenfassbar. Wenn, dann könnte man es auf diese Formel bringen:
Malone selbst ist kein Impfgegner, sondern warnt - Daten und Evidenz basiert - vor Impfrisiken, weil er die verkürzten Zulassungsprozesse kennt. Aus seiner Sicht hätten die Impfstoffe nicht die nötigen Tests durchlaufen. Als Arzt würde er die Impfstoffe nur für „ältere, krankhaft fettleibige, immungeschwächte und andere Hochrisikogruppen“ einsetzen und alle anderen ausnehmen, besonders alle Minderjährigen.
Damit widerspricht er zwar anderen Meinungen in der Wissenschaft. Aber das darf er ja hoffentlich auch. Und deswegen den gesamten Podcast als „kriminell“, „hobbyvirologisch“ oder gar „Unfug“ zu bezeichnen, dafür reicht es definitiv nicht aus. Schon gar nicht, weil (wie oben erwähnt) Herr Rogan auch ganz andere Gesprächspartner vor sein Mikrophon bittet.
Bitte, verehrte Redaktion, wahrt hier euer journalistisches Gesicht und recherchiert. 

Mit freundlichen Grüßen

Robert Gemeinbauer (Pseud.)

Wien